Haben wir euch eigentlich schon mal erzählt wie die Wärmepumpe entstanden ist? Nein? Dann wird es Zeit! Und keine Sorge: Unsere Love-Story mit dem Alleskönner dauert keine 9 Staffeln alias Ted Mosby in How I Met Your Mother. Kurz und knackig: Auf Spurensuche in der Vergangenheit der Wärmepumpe.

 

Erste Ideen.

Was die Wenigsten wissen: Die Anfänge der Wärmepumpe liegen tatsächlich ziemlich weit in der Vergangenheit. Nichts mit hipper Erfindung, die die Herzen und Eigenheime der modernen Erfindergeiste erwärmt: Schon im Jahr 1777 wurde der Grundstein bei Experimenten gelegt. Der Vater der Wärmepumpe: William Cullen – Mediziner und Chemiker aus Schottland. Doch das Ganze war eher eine zufällige Entdeckung: Ursprünglich wollte Cullen nämlich das komplette Gegenteil. Nämlich eine Tiefkühlung erfinden. Unter Zuhilfenahme von Vakuum gelang es Cullen eine geringe Menge Eis zu gefrieren. Um die Temperatur der Umgebung zu entziehen wurde sie absorbiert. Dafür brauchte es Energie und Hitze entstand. Das klingt doch schon ein wenig nach Wärmepumpe, oder? Allerdings war seine "coole" Erfindung nicht wirklich effizient und somit war Ruhe in der Erfinderwerkstatt - vorerst.

Erst 60 Jahre später konnte Jacob Perkins – diesmal ein Maschinenbauer aus Amerika -  den nächsten Meilenstein legen. Wir schreiben das Jahr 1834, als das erste funktionierende Kühlgerät mit mechanischem Kompressor das Licht der Welt erblickt. Eine explosive Erfindung: Der beinhaltete Äther reagiert mit der Luft nämlich sehr enthusiastisch. Sprich: Es gibt eine kleine Explosion. Und dementsprechend begrenzt war auch die Nachfrage und das Interesse an der neuen Innovation. Aber immerhin, die Richtung stimmte! Denn bevor es zum großen Knall kam, erhitzte sich seine Erfindung. Für uns ist es eine wunderbare geschichtliche Aufzeichnung, dass unser Tausendsassa eben nicht nur Heizen, sondern auch Kühlen kann. Und das schon, als er noch in den Kinderschuhen steckte.

In den nächsten 25 Jahren wurde von schlauen Köpfen noch ordentlich nachjustiert, um das Vergnügen ein bisschen weniger explosiv zu gestalten. Letztendlich wurde Äther durch Ammoniak und Wasser getauscht und 1859 wurde dann auch schon das Patent von Ferdinand Carré angemeldet. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Wärmepumpe, der in der Zukunft viele Haushalte mit kuschlig-feinen Temperaturen versorgen würde.  Daneben wurde auch noch der Grundstein für die konstante Tiefkühlung gelegt, die dabei helfen würde, Lebensmittel länger zu lagern und haltbar zu machen. 

 

Coole Sache.

Den Sprung von der Tiefkühltruhe bis zum Kühlgerät für Räumlichkeiten wagte John Gorrie. Die Motivation: Eine Gelbfieber-Pandemie. Er wollte den Erkrankten helfen und eine Möglichkeit finden, dass die Krankenzimmer angenehm kühl sind. Erst nach diversen Feinjustierungen konnten die Klimageräte auch in Privatwohnungen angewandt werden: Der Startschuss für das wirtschaftliche Interesse. Und das Geld hat die Entwicklungen recht rasant angetrieben.

 

Heiße Angelegenheit.

Die – wortwörtlich – heiße Phase für den Tausendsassa hat im Jahr 1852 begonnen. William Thomson (noch so ein schlauer Kopf) hat ein Paper darüber veröffentlicht, dass die tollen Kühlmaschinen einen Kompressor verwenden, der sich ja auch hervorragend zum Heizen nutzen lässt! Durch einen Prototyp mit dem kecken Namen „Heating Machine“ konnte er auch beweisen, dass das neue Wunderkind viel weniger Energie benötigt als eine reguläre Heizung.

Der große Durchbruch kam aber erst im Laufe des 20. Jahrhunderts. Durch die Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und den schwarzen Freitag wurden die Ressourcen knapp und die Preise der Brennstoffe schnellten in ungeahnte Höhen. Als Mitte der 70er-Jahre der Ölpreisschock das Thema Energieeffizienz in die Köpfe der Menschen brachte, ging die Erfolgskarriere für den Tausendsassa richtig los. Und auch für den jungen Andreas Bangheri startete eine Erfolgskarriere, als der in seiner Garage an der ersten eigenen Wärmepumpe bastelte. Und damit ein neues Zeitalter einläutete…