Ein kleines Dorf im Einzugsgebiet von Innsbruck. Hier steht mein Elternhaus, hier habe ich gut zwanzig Jahre meines Lebens verbracht und komme auch heute noch oft her. Irgendwann werde ich diesen Baukörper wohl einmal erben. Mit meinem Vater spreche ich über die Zukunft - und ihre Möglichkeiten. Seit März 2019 setzt eine neue Förderoffensive der Bundesregierung nämlich neue finanzielle Anreize für Sanierungen im Altbau. Zeit wird’s, auch bei uns.

 

Damals.

Wir schreiben das Jahr 2005. Das Haus am Dorfanfang ist schon 25 Jahre alt, als es meine Eltern kaufen. Gebaut wurde es also um 1980, lange bevor ich selbst auf der Welt war. In einer Zeit, wo die Bauvorschriften noch die Zeichen des (kalten) Krieges trugen und Luftschutzbunker im Privathaushalt Vorschrift waren (bis 1995). Auch die Energiewirtschaft trug in den Achtzigern wohl noch eine ganz andere Handschrift als heute: Im Wohnzimmer ein Kachelofen, im Keller ein Feststoffbrenngerät (zum Beheizen mit so ziemlich allem was brennt) und eine uralte Ölheizung. Neben dem massiven Luftschutzbunker steht ein mindestens so massiver Öltank (4000 Liter Füllvolumen). Ich erinnere mich noch gut an den jährlichen Besuch des riesigen Öltankwagens, den schweren Geruch des Heizöls und auch an die zwanzig Schilling die wir Kids bekamen, wenn wir beim winterlichen Holzschlichten mit anpackten.

 

Heute.

Die Bausubstanz ist ungedämmt: Der Keller in Beton, das Erdgeschoss in “verputztem 48er Hohlziegel” und das Dach in Holz und Schindel erbaut - ganz klassisch, der Standard damals. Als meine Eltern das Haus kaufen, wird für die sechsköpfige Familie aufgestockt, das Dach angehoben und das Dachgeschoß ausgebaut. Wohnfläche und Heizvolumen verdoppeln sich, auch der Heizkreislauf wird natürlich erheblich größer - nur die Ölheizung bleibt gleich groß. Schon 2010 folgt darum ein neuer Ölbrenner, weil der alte den Geist aufgibt. Als mein Vater die Rechnungen der Öltanker der letzten Jahre durchblättert, rechnen wir zusammen: Pro Winterbefüllung 3000 Liter à etwa 0,80€ pro Liter Ölpreis ergibt in 14 Jahren etwa 33.000 Euro Heizkosten - die elektrische Zusatzenergie noch gar nicht mitgerechnet. Hollawind. Eine Wärmepumpe von Heliotherm hätte sich in der Zeit längst amortisiert (gerechnet) - und die jährlichen Heizkosten außerdem um etwa 80% gesenkt.

 

Heliotherm.

Mein Vater fackelt nicht lange und ruft bei Heliotherm an. Wir erreichen Harald Henikl, den technischen Vertriebsleiter für Westösterreich. Er nimmt sich viel Zeit um sich die Sachlage  vor Ort erklären zu lassen, stellt Fragen zu Größe, Alter, Lage und Heizsystem unseres Baukörpers. Nachdem wir die hier eingangs ausgeführten Umstände dargelegt haben, zieht Herr Henikl ein ehrliches Resümee: Eine Wärmepumpe würde er hier ohne zusätzliche Wärmedämmung keinesfalls empfehlen. Die Vorlauftemperaturen wären einfach zu hoch um den Haushalt warm zu kriegen, eine nachhaltige Sanierung des Heizsystems macht darum nur mit gleichzeitiger Dämmsanierung Sinn. Dann allerdings mit ausgezeichneten Aussichten! Und Herr Henikl hat noch ein Ass im Ärmel: Eine neue Förderoffensive für Sanierungen im Altbau, aktiv seit März 2019. Wer einen mindestens 20 Jahre alten Baukörper mit Dämmung und Wärmepumpe saniert, bekommt jeweils (!) bis zu 6000 Euro. Zusammen also bis zu 12.000 Euro für den nachhaltigen Altbau? Gute Argumente, danke Herr Henikl!

 

Hilfe von Oben.

Der nachhaltige Zweck heiligt die Mittel: Ganze 42,7 Millionen Euro werden vom Staat bis Jahresende für alle Sanierungswilligen bereitgestellt. Und zwar längst nicht nur im privaten Sektor, sondern auch für Gemeinden, Betriebe, Vereine und Sakralbauten gleichermaßen. Konkret staffelt sich die Unterstützung dabei in zwei essenzielle Kernbereiche: Sanierungsscheck (Dämmung) und “Raus aus dem Öl-Bonus” (Heizsystem). Im Klartext kann man das schwarze Gold nun also gegen echtes Gold eintauschen! Alles was es dafür braucht, ist ein guter Plan. Den erstellt im Regelfall ein Architekt oder Bautechniker, inklusive neuem Energieausweis (beziehungsweise Energieberatungsprotokoll). Damit kann man die Fördermittel dann ganz bequem (und ausschließlich) online beantragen. Und noch ein kleines Förderzuckerl zum Schluss: Die neuen Förderoffensiven gibt’s ZUSÄTZLICH zu den bestehenden Förderungen der Bundesländer. Mein Vater kratzt sich nachdenklich den weißen Rauschebart: Dann wird’s aber langsam echt Zeit für die Zukunft.