Headquarter Heliotherm. Ein Komplex mit beeindruckenden Ausmaßen. Das fällt im idyllischen Langkampfen in Tirol als erstes ins Auge. Wobei, eigentlich ist das der Schnee. Denn der stapelt sich im winterlichen Tiroler Unterland mittlerweile meterhoch. Ein Jahrhundertwinter, schreiben die Medien, mit Schneefällen jenseits der Vorstellungskraft. Bei Temperaturen unterhalb der Wohlfühlgrenze sehnt man sich so schnell nach Wärme und Behaglichkeit. Es gäbe daher wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt, dem Pionier in Sachen nachhaltiger Wärmetechnik einen Hausbesuch abzustatten. Und schon beim Empfang wird einem hier warm ums Herz: Hereinspaziert und herzlich Willkommen bei Heliotherm!

 

Heliotherm History

Die Geschichte der Heliotherm Wärmepumpen beginnt in Tirol. Als Andreas Bangheri in den Achtzigern hier seine allerersten, sperrigen Prototypen baut, ahnt noch niemand, welche Auswirkungen sein ambitionierter Pioniergeist einmal weltweit haben wird. Doch 1987 gründet Bangheri die Firma Heliotherm und die erste Wärmepumpe geht in Serie. Forschung und Entwicklung werden zu essenziellen Grundsteinen der Firmenphilosophie. 1994 stellt Heliotherm dann die erste modulierende Wärmepumpe der Welt vor - mit bedarfsabhängiger Leistungsanpassung und Patent. Nach dem Weg ins Web 2003 (erste Wärmepumpenregelung via Internet) folgt 2007 dann die Eröffnung des Heliotherm-Headquarters in Langkampfen. Ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum folgt schon 2010, eine Erweiterung der Produktionsfläche auch. Heute, gut 30 Jahre nach den ersten Gehversuchen der Wärmepumpentechnik, führt Heliotherm Haushalt und Industrie in eine nachhaltige Energiezukunft. Weltklasse? Im wahrsten Sinne.

 

Heizen im Hauptquartier

Zurück ins Hier und Jetzt, ins verschneite Heliotherm Headquarter Langkampfen: Im Foyer warten nicht nur ein warmer Empfang und freundliche Willkommensworte, sondern auch drei aktive Wärmepumpen (2x 40kW, 1x 28kW). Neugieriges Nachfragen wird sofort belohnt, denn die heizen hier Verwaltung und Produktion mit nachhaltiger Geothermie (also Erdwärme). Forschung & Entwicklung, sowie die weitreichenden Lagerflächen versorgen zwei eigene Systeme der Sensor Solid Baureihe (mit 80kW Sole und 110kW Wasser). Welche Leistung die Industrielösungen von Heliotherm dabei wirklich entfesseln, wird erst bei einem Rundgang wirklich deutlich. Die Produktionshallen sind meterhoch und länger als man freiwillig nachmessen will. Im Entwicklungsbereich fallen dafür ganz unterschiedliche Kapazitäten an - je nach Auslastung der Prüfstände und Forschungsfelder. Die Mitarbeiter grüßen freundlich im T-Shirt, krank ist hier keiner.

 

Herstellung: Handarbeit

Der Besuch in den Herstellungshallen von Heliotherm lässt aber auch anderweitig staunen: Wo  man lange Förderbänder, lärmende Maschinen und automatisierte Herstellung erwartet, passiert hier wirklich alles in Handarbeit. Die heiligen Hallen betritt man hier in fast andächtiger Stille, denn selbst am Prüfstand arbeiten die Wärmepumpen unter Höchstlast flüsterleise. Vorbei an langen Reihen halbfertiger Geräte führt die Besichtigungstour, überall ist man emsig am Arbeiten, nickt einen kurzen Gruß und ist um ein paar Antworten auf neugierige Fragen nie verlegen. Freundlich erklärt man ein paar Handgriffe zum High-Tech Innenleben verschiedener Wärmepumpen. Markus ist schon seit über zehn Jahren Teil vom Team, er erläutert sichtlich begeistert einen der vielen Prüfstände: Jedes Produkt muss zahlreichen Belastungstests standhalten, bevor es ausgeliefert wird. Simulieren kann man hier alles, erklärt er, vom widrigsten Wintersturm bis zum schweißtreibenden Sommertag. Vorher wird alles auf Druckdichtheit geprüft, mit Stickstoff, der entzieht auch gleich die Feuchtigkeit, zwinkert der Fachmann.

 

Mit Herz und Handschuh

Die langen Korridore der Lagerstätten erinnern mit ihren deckenhohen Riesenregalen entfernt an schwedische Möbelhäuser. Fein säuberlich aufgereiht wartet die Zukunft hier auf die Auslieferung. Es ist penibel sauber, der Müll wird hier nachhaltig getrennt, keine Frage. In einem Gang stehen  schon die Ausstellungsstücke für die ISH in Frankfurt (Weltleitmesse für Sanitär und Heizung) bereit, fein säuberlich verpackt für die lange Reise und den großen Auftritt. Dahinter versteckt sich unscheinbar ein kleiner Schatz in gleich doppelter Ausführung: Die beiden allerersten Wärmepumpen von Andreas Bangheri bewundert man nach dieser Leistungsschau mit besonderem Respekt. Ein letzter Korridor zur Kältekammer - ein weiterer Prüfstand. Schwere Schutztüren, hochsensible Elektronik, bitte nichts anfassen. Hier testet man die Neuentwicklungen auf ihre Coolness (bis 25° minus), wird augenzwinkernd angemerkt. Handschuhe, Schal und Mütze sind hier Sicherheitskleidung.

 

Heldentaten mit Heimvorteil

Ganz ohne wärmende Schutzmaßnahmen tritt man noch kurz ins Freie und hätte die Heliotherm Außenluftverdampfer dort fast übersehen. So hoch liegt der Schnee, dass nur noch die Lüftungsgitter zu erkennen sind. Außenlager? Eher natürliche Kältekammer, lacht man, denn hier werden Systemkomponenten im Dauerbetrieb getestet. Und heute sind dafür wirklich allerbeste Verhältnisse. Zitternde Zustimmung und zurück ins Warme. Im direkten Kontrast offenbart sich der Funktionsumfang der Wärmepumpe am deutlichsten: Wärme aus Kälte. Klingt eigentlich ja unglaublich. Beim Hausbesuch in Langkampfen aber einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zum Abschied ein kräftiger Handschlag: Auf bald, auf Wiedersehen, bei Heliotherm!