Langkampfen. Ein kleines Dorf im tief verschneiten Tirol. Hier werden seit einigen Jahrzehnten ganz große Geschichten geschrieben. Einerseits natürlich, weil vor etwa dreißig Jahren hier die allererste Heliotherm-Wärmepumpe das Licht der Welt erblickte - heute die Besten der Welt. Andererseits weil auch Reinhard "Reini" Egger etwa genau so alt ist. Auch er kommt aus Langkampfen und fuhr mit seiner Rennrodel im Eiskanal Winterberg kürzlich (25. - 27. Jänner 2019) zum Vize-Weltmeistertitel. Obwohl er sich seinem deutschen Rodelkollegen Felix Loch um ein winziges Zehntel geschlagen geben musste, seine absolute Bestleistung bis jetzt. Eine Geschichte, die hier in Langkampfen ihren Anfang nahm - und wenn es nach Reini Egger geht - auch lange noch nicht zu Ende ist. Als sportlicher Fahnenträger für Heliotherm erzählt er im Interview von der Heimat, dem Rodeln und seinem stärksten Partner für eisige Angelegenheiten.

 

FRAGE: Lieber Reini, erstmal natürlich herzlichen Glückwunsch zur deiner besten Eis-Zeit bis jetzt! Vielleicht ganz kurz ein Satz zur Heimat: Was verbindest du eigentlich mit Tirol, Langkampfen und dem Begriff "Heimat"?

REINI EGGER: Danke! Da ich sehr viel unterwegs und im Winter überhaupt kaum zuhause bin, ist es doch viel schöner, wenn man in der Heimat ist. Ich verbinde damit Freizeit, Familie, Freunde und kann nach intensiven Trainings-/Wettkampfzeiten hier auch erst so wirklich abschalten.

 

FRAGE: Stichwort Heliotherm. Wie lange “kennt” ihr euch eigentlich schon? Und wie kam diese Kooperation damals zustande?

REINI EGGER: Das ist jetzt schon ein paar Jahre her... Seit 2013 unterstützt mich die Firma Heliotherm als Sponsor. Ohne diese Kooperation wäre es mir nicht möglich gewesen so große Erfolge zu feiern. Um im Profi-Rodelsport wettbewerbsfähig zu sein, benötigt man natürlich das allerbeste Material - welches da nicht gerade billig ist. Eine Rennrodel kostet da allein schon etwa 15.000 Euro.

Die Kooperation kam damals durch meinen Trainer Tobias Schiegl zustande. Andreas Bangheri (Anm.: CEO Heliotherm) und er sind beide passionierte Piloten. So sind beide natürlich irgendwann ins Gespräch gekommen, Andreas war von der Idee sofort begeistert.

 

FRAGE: Rodeln ist eine uralte Traditionssportart in Tirol. Wie begann diese Geschichte für dich? Was unterscheidet den Hobbyrodler vom Profi? Und: Wie trainierst du eigentlich im Sommer?

REINI EGGER: Bei einem Sportfest in Langkampfen hatte die Sektion Rodeln eine Startanlage aufgebaut (Anm.: Zum Testen und Trainieren des Rennrodel-Starts). Hier fragte mich Josef Schiegl damals ob ich nicht vielleicht Lust hätte mit dem Rodeln zu beginnen. Ich war natürlich Feuer und Flamme und im kommenden Winter durfte ich schon meine ersten Fahrten im Eiskanal machen. Wenn man da als gerade mal 10-jähriger einen Eiskanal mit 70 km/h hinunterfetzen darf, dann wird man wohl auch kaum jemanden finden, der da Nein sagen könnte.

Rodeln ist eine Sportart die man überwiegend als Profi ausüben kann. Ansonsten wäre es viel zu gefährlich sich als Freizeitvergügen regelmäßig den Eiskanal hinunter zu stürzen. Des Weiteren ist man auch von Oktober bis März unterwegs und kann in dieser Zeit keiner "normalen" Arbeit nachgehen.

Jedoch bin ich persönlich ein absoluter Fan von Hobbysportlern! Sie gehen mit so unglaublich viel Herzblut und Hingebung an die Sache - auch wenn sie schon völlig geschlaucht von der Arbeit nach Hause kommen.

Ich persönlich arbeite von März bis Juli Vollzeit bei der Polizei und trainiere in dieser Zeit neben der Arbeit. Ab August bin ich dann von der Arbeit freigestellt, um zu trainieren und das Material perfekt für die Saison vorzubereiten. Neben Krafttraining für die allgemeine Fitness wird sehr viel startspezifisches Training durchgeführt.

Ich mache im Jahr etwa 500 Test-Starts auf einer Startrampe in Innsbruck. Auch in der Eishalle, wo man sonst Eishockey spielt, trainieren wir für den Start. Neben Kraftübungen ist ein sehr wichtiger Teil des Trainings auch das Dehnen um Verletzungen vorzubeugen.

 

FRAGE: Stichwort Temperatur! Bei Wärmepumpen und auch beim Rodeln hängt viel mit der Temperatur zusammen. Wie wirken sich Temperaturen auf dein Rodelverhalten aus? Feuchtigkeit, Vorbereitung, Witterung? Wie bereitest du dein Equipment optimal auf einen Wettkampf vor?

REINI EGGER: Beim Rodeln hängt ein sehr großer Teil des Erfolgs vom Schlitten ab. Die richtige Einstellung der Schiene auf die Witterung ist unabdinglich um eine schnelle Zeit zu erzielen.

Dabei spielen Einflüsse wie Niederschlag, Lufttemperatur, Feuchtigkeit und Eistemperatur die größte Rolle. Bei warmen Außentemperaturen wird für gewöhnlich eher ein "riskanteres" Setup gewählt um möglichst wenig Reibungswiderstand zu erzeugen. Wohin bei kalten Temperaturen eine gute Kante und eine steilere Schiene der Schlüssel zum Erfolg sind.

Das sind jedoch nur die Basics, über den technischen Background  könnte ich noch Stunden reden und es wäre vermutlich noch lange nicht nicht alles gesagt.

(überlegt) Und trotz alledem kann man sich bei der Wahl des Material auch einfach mal vergreifen.

 

FRAGE: Wie hält sich der Vize-Weltmeister eigentlich selbst bei Minusgraden warm? Heizkissen, Thermoskanne mit Tee, immer in Bewegung bleiben, oder doch ein Taschenwärmer?

REINI EGGER: (lacht) Normalerweise bin ich ziemlich abgehärtet was Kälte betrifft. Wenn es aber einmal so wirklich richtig kalt ist, dann gilt beim mir das klassische Zwiebelprinzip. Viele Lagen übereinander, dann kann mir das Wetter gar nichts mehr anhaben. "Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung" ist ein besonders beliebter Spruch unserer Trainer.

 

FRAGE: Heizen zuhause: Wie wird eigentlich deine Wohnung warm? Ganz traditionell oder schon mit nachhaltiger Wärme von Heliotherm?

REINI EGGER: Ich wohne derzeit noch in einer Mietwohnung in einem älteren Haus. Da ich im Winter überhaupt kaum zu Hause bin, läuft hier dann nur ein Elektro-Speicherofen, damit die Wohnung nicht auskühlt. Die paar Tage die ich zu Hause verbringe, heize ich mit meinem Schwedenofen und Holz.

In der Zukunft aber, wenn wir dann unsere eigenen vier Wände bauen werden, führt für mich kein Weg an einer Wärmepumpe von Heliotherm vorbei. Das ist für mich die Zukunft sauberer Energie!

 

FRAGE: Die Zukunft in Langkampfen: Wie sieht die Zukunft aus, für den schnellsten Fahnenträger von Heliotherm? Auf der Rodel und Privat: Nochmal der Olympia-Start? Vom Vize- zum Weltmeister? Oder ist jetzt doch mal Zeit für Ruhe, Entspannung und häusliche Wärme?

REINI EGGER: Für mich ist das nächste große Ziel schon die Weltmeisterschaft in Sochi, Russland. Dort möchte ich an meine jüngsten Erfolge anknüpfen und schiele doch schon auch noch mit einem Auge auf den Traum Weltmeister zu werden.

Ob eine weitere Olympia-Teilnahme für mich in Frage kommt, da möchte ich mich vorerst lieber noch nicht entscheiden. Da spielen für mich einfach zu viele verschiedene Faktoren hinein: Familie, Beruf und sportlicher Erfolg. Aber ich schließe auf keinem Fall aus in drei Jahren zur Olympiade nach Peking zu fahren! 

 

An dieser Stelle vielen Dank für Zeit und Antworten! Bei so einem ambitionierten Rennweg kann man dem frisch gebackenen Vize-Rodelweltmeister nur noch alles Gute wünschen. Und natürlich auch weiterhin viel Erfolg und "good speed" mit Heliotherm. To be continued!