Es betrug sich also zu der Zeit, dass der Frost im Lande Einzug halten wollte. Hier lebten auch drei Brüder auf einem Morgen Land (Norddeutsch für etwa 10.000 m2). Am Sterbebett hatte der Vater den Besitz aufgeteilt: Der Älteste bekam das alte Herrenhaus, der Mittlere das schmucke Gartenhäuschen am Waldesrand, dem Jüngsten vermachte er das karge Feld mit dem tiefen Ziehbrunnen. Als der Vater starb, beanspruchte der Älteste das Haus für sich allein. Der Mittlere zog ins Gartenhaus. Der Jüngste aber fuhr in die Stadt und kehrte mit einer Handvoll Arbeiter zurück. Sie blickten in den Brunnen, machten Messungen und rechneten viel. Die beiden Brüder aber saßen in ihren Häusern und lachten: Ob er im Brunnen wohnen will? Und sie lachten noch lauter. 

 

Der Herbst.

Am nächsten Tag stand ein Gerüst um den Brunnen. Und als der Herbst die Blätter färbte, hörte man es emsig arbeiten. Der Mittlere aber fuhr in den Wald und fällte Brennholz. Von weit her vernahm man rhythmisch das Schlagen der Axt. Als die letzten Blätter fielen, fiel auch der letzte Baum.  Um den Brunnen war unterdessen ein hoher Bauzaun gewachsen, sogar ein kleiner Kran ragte hervor - immer noch wurde gewerkt und gebastelt. Vom schmucken Gartenhäuschen tönte schon das Krachen der Spaltaxt. Und bald war um das Haus des Mittleren schon ein hölzerner Wall aus Brennholz gewachsen. So hoch geschichtet, dass es vom Boden bis zum obersten Dachfirst reichte. Zufrieden betrachtete der Mittlere sein Werk und rieb sich die schmerzenden Arme. Der Älteste aber saß in seinem Haus und lachte: Ob er wohl genug Holz für den Winter gesammelt hat? Und er lachte noch lauter.

 

Der erste Schnee.

Als Väterchen Frost an die Türen klopfte, rollte auch ein schwerer Tanker an. Behäbig wälzte er seine Last zum Herrenhaus. Ein dicker Schlauch wurde ausgeladen und dann gurgelnd ein unterirdischer Behälter befüllt. In der Luft hing klebriger Ölgeruch. Der mittlere Bruder rümpfte nur die Nase und verfolgte dann aufmerksam wie der Jüngste nun sein Werk enthüllte: Ein kleines Häuschen mit Brunnen. Wohl Platz für einen Mann und seine Familie, schätzte er. Je länger man es ansah, desto schöner wurde es. Doch so genau er auch schaute, Schornstein fand er keinen. Kopfschüttelnd entzündete er ein großes Feuer in seinem Kamin. Auch der Älteste warf die uralte Ölheizung an. Und wollte sie schon wieder abdrehen, denn im grellen Schein der Ölflamme konnte er die Rechnung des Tanklasters lesen: Wie er sich das wohl leisten sollte? Auch er lachte nun nicht mehr.

 

Der lange Frost.

Der Winter war lang und hart. Bald hatte der Mittlere Bruder die Hälfte des Holzes verbrannt, und auch der Ältere blickte voll Sorge auf seine Heizanlage. Die altersschwache Ölheizung fauchte und spuckte schwarzen Ruß wie ein alter Drachen. Immer wieder fiel sie aus und ließ sofort die klirrende Kälte herein. Als sie irgendwann gar nicht mehr keuchte, klopfte er beim Mittleren und bat kleinlaut um Obhut. Doch schon Tage später froren sie beide, denn viel Brennholz war nass geworden und brannte schlecht. Oft blickten sie zum Jüngsten, dem warm war, wo kein Schornstein qualmte. Als sie alle Kleidung angezogen hatten und immer noch zitterten, klopften sie beim Jüngsten an. Der hatte sie schon erwartet, bat sie gern herein und servierte dampfenden Tee. Neugierig wollten sie den Ofen bestaunen, so führte sie der Jüngste an den Brunnen. Tief im Untergrund hatten die Männer aus der Stadt eine hochmoderne Wärmepumpe installiert. Sie zog die Wärme aus der Tiefe der Erde, wo das Wasser immer flüssig, und noch etwas wärmer war als an der Oberfläche. Die Brüder staunten und staunten noch mehr, als der Jüngste sie auch auf das Hausdach bat, wo große Photovoltaik-Platten die Sonnenenergie sammelten. 

 

Heliotherm.

Oft war der jüngste Bruder mit dem Vater am Brunnen gestanden und hatte mit ihm über die Zukunft gesprochen. Über das Potential einer geothermischen Solewärmepumpe und über die Fachmänner von Heliotherm in der Stadt. Der Vater war aber schon alt gewesen, und die älteren Brüder hatten kein Ohr für diese Weisheiten. So versprach der Jüngste er würde für seine Brüder sorgen, wenn der Winter kam. Nun saßen sie alle drei in seinem Häuschen und er erzählte vom Vater. Und wie sie den Winter so gemeinsam saßen und der Frühling kam, gingen sie voller Ideen zurück in ihre Häuser. Im Herrenhaus wurde bald schon die Ölheizung ausgebaut, und wieder kamen die Helfer von Heliotherm für eine Wärmepumpe mit Flächenkollektor im Garten. Auch im schmucken Gartenhaus wurde umgebaut und der alte Kachelofen um eine neue Luftwärmepumpe erweitert. Im nächsten Winter saßen sie wieder zusammen. Mal im Herrenhaus, mal im Gartenhaus und mal im Brunnenhaus. Auf ihren Mobiltelefonen verglichen sie dann die Leistung ihrer Wärmepumpen zuhause in Echtzeit (Stichwort: WebControl AT). Manchmal stritten sie sich auch über die persönliche Wohlfühltemperatur und lachten dann so lange bis sie schwitzten. So laut, dass sie wohl auch der Vater im Jenseits gehört hätte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lachen sie sogar noch heute. Heliotherm sei Dank.