Unsere Geschichte beginnt vor Heiligabend in der Stadt Laingsbattle, wenn die Leute beginnen, Feuerholz für den Herd zu sammeln, um sich auf harte, frostige Nächte vorzubereiten. Eine von ihnen war eine alte Ladenbesitzerin, die sich bemühte, das Feuer im Herd trotz des kalten Windes, der sogar durch die Wände bläst, warm zu halten. Der Ladenbesitzerin ging es nicht gut, ihre besten Jahre hatte sie bereits hinter sich gelassen. Sie konnte das Waisenmädchen, das ihr vor dem Dom Schwefelhölzchen verkaufte, kaum ernähren.
Die Hitze hält uns durch den Winter warm, dachte das Waisenmädchen und blickte in die Flamme des kleinen Streichholzes. An diesem Tag gingen alle Leute, die bei dem nebligen kalten, beißenden Wetter nicht an Streichhölzern interessiert waren, in Eile vorbei.
Eine dunkle Gestalt schnellte vorbei, bemerkte im Vorbeigehen das Waisenmädchen, wie es in die Flammen starrte, hielt aber seinen Schritt bei. Die Uhr schlug drei und die Stadtwachen erschienen um die Mauern der Zitadelle und machten ihre üblichen Runden.
Einige Leute grüßten sich mit Frohe Weihnachten! Was könnte an diesem Weihnachtsfest so fröhlich sein, wenn viele sich nicht warm halten konnten? Die wachsamen Wachen flüsterten sich etwas zu, sie konnten ihre Aufregung über das morgige Ereignis nicht unterdrücken. Das Ereignis, das ihre Stadt für immer verändern würde. Der Hofsekretarius würde eine neue Wundermaschine präsentieren, die außergewöhnliche Wärme ausstrahlt.

 

Das warme Feuer

Die Flamme verblasste und die Kleine kauerte sich in eine Mauernische am Portal des großen Doms. Sie stemmte sich mit schwacher Stimme gegen das Schneegestöber, hielt ein paar Schwefelhölzchen hoch und bot den Passanten an: Feine Schwefelhölzchen für den warmen Kamin!
Die eisige Luft machte ihr das Atmen schwer und die Menschen hatten es eilig in ihre warmen Stuben zu kommen. Das Mädchen beachteten sie nicht. Als ihr die Finger steif wurden und die Stimme heiser, riss sie zaghaft ein Zündholz an. Knisternd brachen die Flammen hervor und hüllten das kleine Gesicht in warmen Glanz. Sie lächelte und spürte die angenehme Wärme.
Sie blickte in die Flamme und grübelte über eine andere Welt.
Schnell verlosch das Feuer wieder, so riss sie sich ein zweites an. Beim dritten trat ein Schatten aus der Dämmerung und warf ihr einen Groschen hin. Sie blickte auf die feinen Reitstiefel, schmeckte Nelken & Zimt in der Luft und überreichte dem Schatten zaghaft einen Bund Schwefelhölzchen.

 

Der Schatten des Winters

Die Nacht ist kalt – es wird noch mehr Schnee fallen, sprach die Schattenfigur, steckte die Streichhölzer ein und verschwand im verschneiten Pfad. Einige Stunden waren vergangen. Das Mädchen blickte wieder in die Flamme des glühenden Streichholzes, die zu erlöschen drohte. Sie zündete ein weiteres Streichholz an. Mit jedem angezündeten Streichholz wurde das Feuer ein wenig heller und ein wenig wärmer. Als sie das letzte Streichholz zog, tauchte die alte Ladenbesitzerin in den Flammen auf.
Das Mädchen seufzte und ihre Augen wurden schwer, als die Flammen zuerst flackerten und langsam verblassten und schließlich erloschen. Erschöpft kuschelte sie sich an eine Säule und schlief ein. Inmitten von Kälte und einem gnadenlosen Schneesturm zog die Schattengestalt wieder vorbei. Er beugte sich schweigend über das kleine Mädchen, dann waren nur noch Schnee und Graupelwirbel zu sehen, als sie beide im Nebel verschwanden.

 

Die wundersame Erfindung

Früh am nächsten Morgen machten die Wachen ihre üblichen Runden und fanden nur einen kleinen Aschehaufen vor dem Dom. Sonnenlicht begann durch den Morgenhimmel zu brechen. Die Beamten machten sich auf den Weg zum Haus des Hofsekretarius, während sie flüsterten – etwas, das er erfunden hatte und wie es das Erdreich oder das Grundwasser in den Brunnen zum Heizen nutzen könnte! Das klang schier unmöglich, beinahe magisch. Sie wussten nicht genau wie, aber diese „Wärmemaschine“ konnte sogar in den kältesten Wintern verwendet werden.
Im Labor des Erfinders angekommen, klopften sie an die Tür. Die alte Frau in Begleitung des kleinen Mädchens öffnete die Tür und begrüßte sie mit den Worten: „Bitte kommt herein, der Sekretarius ist gleich bei euch! Darf ich euch etwas gewürzten Apfeltee anbieten?“ Sie ließ das Tablett zurück und wünschte ihnen mit dem kleinen Mädchen Frohe Weihnachten.
Die Wachen tauschten Blicke aus und dachten, sie hätten ihre Gesichter schon einmal gesehen. Erwartungsvoll warteten sie im Foyer und summten eine Weihnachtsmelodie, begierig darauf, die Erfindung von großer Bedeutung zu sehen. Der Erfinder kam ins Zimmer und lud seine Gäste in das Wunderlabor ein.

Beim Anblick der Wärmepumpe verstanden sie nicht viel davon, wie diese Maschine Tag und Nacht arbeiten konnte und niemand in zukünftigen Wintern mehr frieren müsste. Es war absolut faszinierend!
Die alte Standuhr schlug zwölf!
Der Erfinder reichte seinen Mitmenschen eine Tasse Apfel-Gewürztee!
„Ihr, meine Mitbürger und Freunde von Laingsbattle, habt mir geholfen, die Zukunft zu sehen und zu fühlen! Was nützt meine Erfindung, wenn ich sie nicht mit anderen und deren frostigen Bedürfnissen teilen kann, die mich doch zu dieser bewundernswerten Wärmepumpen-Erfindung inspiriert haben!“, rief der Erfinder aus.
Die kleine Gruppe saß im wohlig warmen Wärmepumpenraum. Sie bestaunten das Wunder an diesem Weihnachtstag, lächelten, schlürften Apfeltee und sprachen mehr darüber, das Wunder der Wärmepumpe mit anderen zu teilen.

 

Das Ende

 

"Ich will Weihnachten in meinem Herzen ehren, ich will versuchen, 

das ganze Jahr über zu feiern. Ich will in der Vergangenheit, 

in der Gegenwart und in der Zukunft leben

Die Geister von allen dreien sollen in mir lebendig sein. 

Ich will ihren Lehren mein Herz nicht verschließen.  – Charles Dickens