Denn mit der Wärmepumpe ist Prahlen leicht gemacht. War für mich glasklar – neues Haus needs neue Wärmepumpe. Weg von der alten Gasheizung, hin zum umweltfreundlichen Tausendsassa. Wartungsfrei, leise, effektiv und kostengünstiger. Alles was man braucht. Da saß ich also. Mit stolzgeschwellter Brust und vor Aufregung geweiteten Pupillen und schwärmte über die Erdwärmepumpe mit Solesonde. Und mein Papa? Lacht. Und sagt seinen typischen Spruch: „Na was es heute schon alles gibt. Früher war das alles anders!“ Mag für manche nur ein Spruch sein. Aber für mich und meine chronische Neugierde ist es ein Trigger. Also habe ich meine imaginäre Denker-Kappe aufgesetzt und ein wenig recherchiert…

 

Die Frühmenschen.

Meine gedankliche Zeitreise hat mich 800.000 Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Zu unseren Vorfahren: Den Frühmenschen. Für sie war es damals gar nicht so einfach, sich warm zu halten. Denn war mal das notdürftig befestigte Fell weg, wurde es ziemlich schnell ziemlich frisch. Feuer kannten sie zwar, aber das war eher mit negativen Assoziationen besetzt, als mit dem wohligen Gefühl der Wärme. Denn Feuer – in diesem Zusammenhang auch Wildfeuer genannt – entstand nur durch Zufall. Beispielsweise, wenn ein Blitz einschlug. Erst im Laufe der Steinzeit konnte es gezähmt werden: Das Lagerfeuer entstand. Was heute für Romantik steht, war damals die erste „Heizung“. Aber Energieeffizienz war ein Fremdwort. Denn die Wärme verflüchtigte sich recht schnell in alle Himmelsrichtungen. Wortwörtlich.

 

Die Griechen.

Die alten Römer und Griechen waren schon immer Pioniere. Egal was erfunden wurde – sie hatten es schon zuerst entdeckt. Warum sollte da also die Heizung eine Ausnahme sein? Die Griechen entwickelten in der Antike die sogenannte Hypokaustenheizung. Hypokaustum ist Griechisch und bedeutet „von unten beheizt“. Also quasi der Vorgänger der heutigen Fußbodenheizung. Dafür wurde in einem separaten Heizraum ein Brennofen auf circa 250°C erhitzt. Die warme Luft wurde dann mithilfe von Tonrohren in Hohlräume unter dem Fußboden geleitet. Und et voilà: Die Fußbodenheizung wurde in das Leben gerufen! Nachteil: Kurz mal die Heizung aufdrehen, wenn die Zehen kalt wurden, ging nicht. Es dauerte mehrere Tage, bis ein Raum die erwünschte Temperatur hatte. Und jeder, der mal eine kaputte Heizung hatte, weiß, wie lang ein paar Tage sein können. Also auch das war nicht wirklich effizient.

 

Die Vorfahren.

Da muss noch mehr gehen. Das dachten sich wohl auch unsere lieben Vorfahren in Mitteleuropa. Gott sei Dank. Denn sonst hätten wir wohl heute kaum den Luxus von Wärmepumpen. Nicht ganz so fortgeschritten, aber doch auch intelligent, ging es im 8. Jahrhundert zu. Das so mühevoll gezähmte Feuer wurde in die Behausungen verlegt. So legten die Vordenker dieser Zeit den Grundstein für den gemauerten Kamin. Was ja grundsätzlich schon mal nicht so schlecht war. Denn die Wärme wurde besser gespeichert und als netter Nebeneffekt war auch die Brandsicherheit um einiges höher. Doch die Energieeffizienz? Naja. Es war zwar besser, aber es entwich immer noch der Großteil der Wärme über den Schornstein auf Nimmerwiedersehen.

 

Die Japaner.

Im 14. Jahrhundert mischten die Japaner mit. Sie entwickelten das Konzept von Steinen und Feuer weiter. Dazu wurde eine große, dicke Decke über einen Tisch gehängt. Und unter dem Tisch wurde eine Glut entfacht. Wenn man sich wärmen wollte, setzte man sich also einfach an den Tisch und schlüpfte mit den Beinen unter die Decke. Ziemlich cool: Das Prinzip gibt es auch heute noch in japanischen Wohnungen! Der „Kotatsu“. Heute allerdings als elektrisches Pendant.

 

Die Schweden.

Erst im 18. Jahrhundert wurde endlich die Idee der zentralen Warmwasserheizung geboren. Kluger Kopf dahinter: Der Schwede Marten Trivald. Die Idee: Mit einem Dampferzeuger und einem Rohrleitungssystem heißen Dampf unter hohem Druck zirkulieren lassen. So viel erfinderischer Geist für… ein Gewächshaus. Doch glücklicherweise für ein Gewächshaus im nordenglischen Newcastle. Dadurch bekam der Adel Wind davon. Und nicht viel später wurden Villen und Schlösser damit aufgemotzt. Bürgerliche Wohnungen erlebten ihre Blüte hingegen erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Um genau zu sein: Vor exakt 100 Jahren. Die Brüder Buderus entwickelten 1920 die ersten Pumpen-Warmwasserheizungen. Aber erst 50 Jahre später setzten sie sich durch. Ziemlich genau zu der Zeit, als der Ölpreisschock Mitte der 70er-Jahre endlich das Thema Energieeffizienz in die Köpfe der Menschen brachte. Ab da ging alles ganz schnell. Auch für den jungen Andreas Bangheri, der in seiner Garage an der ersten eigenen Wärmepumpe bastelte. Und damit ein neues Zeitalter einläutete…

 

Und das ist genau eine dieser Wärmepumpen, auf die ich heute so stolz bin. Und nach all dem historischen Wissen bin ich sogar noch glücklicher darüber. Denn ich brauche weder Steine erwärmen noch Feuerholz sammeln. Ich sitz auf der Couch mit Mann und Hund und kann ganz easy mit dem Smartphone die Temperatur regeln. Nicht einmal aufstehen muss ich dazu. So sieht also die grüne und effiziente Zukunft aus. I like.