"Große Gedanken brauchen nicht nur Flügel, sondern auch ein Fahrgestell zum Landen", sagte Neil Armstrong einmal als man ihn zur Mondlandung befragte. Das macht durchaus Sinn, denn natürlich braucht jeder Pioniergedanke einen guten Plan, sonst scheitert die technische Umsetzung. Das weiß auch Andreas Bangheri, der Gründervater und Pioniergeist hinter Heliotherm. Auf dem Mond landen wollte er nie - die Idee mit der Wärmepumpe entstand damals aus reiner Notwendigkeit. So schweißte er in jungen Jahren seine ersten Wärmepumpen-Prototypen kurzerhand selbst in der Garage zusammen. Heute ist Heliotherm einer der europäischen Technologie-Marktführer für Wärmepumpen - mit über dreißig Jahren Erfahrung. Wie es damals eigentlich dazu kam, verriet uns der Gründer selbst im Interview.

 

Herr Bangheri. Sie hatten vor über 30 Jahren die Idee, selbst eine Wärmepumpe zu bauen. Warum eigentlich?

Bangheri: Angefangen hat das Ganze vermutlich mit den Ölkrisen Mitte der 70er und den folgenden Jahren. Die haben bei einigen Menschen ein Umdenken bewirkt und auch mich persönlich im Bezug auf die Rohstoffnutzung sensibilisiert. Das Ölembargo traf die importierenden Länder stark und brachte einige Probleme mit sich. Mir wurde klar, dass dieser Rohstoff nicht zukunftsträchtig ist und man nach Alternativen suchen muss.

 

Und wie baut man eigentlich so eine Wärmepumpe? Wie ein Kühlschrank nur andersrum?

Bangheri: Japanische Unternehmen haben tatsächlich schon versucht, im zentraleuropäischen Raum umgebaute Kühlgeräte als Wärmepumpe zu verkaufen. Diese haben aber gerade bei kälteren Temperaturen nicht wirklich funktioniert und fielen dann aus. Sie waren also keine wirkliche Alternative zum Öl. Ich hatte einen elektrotechnischen Hintergrund und habe in Österreich für einen französischen Hersteller gearbeitet und bin dann nach und nach in die Kältetechnik „hineingewachsen“. Und irgendwann habe ich mir gedacht: Das kann ich selbst und mit der sogenannten „Futura“ meine erste Wärmepumpe gebaut. Den Scroll-Verdichter dazu habe ich im Handgepäck aus den USA importiert. Den gab es hier vorher nämlich noch nicht. Nach einigen Jahren war er allerdings Standard. Wir waren damals aber die ersten, die ausschließlich diesen Verdichter für unsere Produkte nutzten. In meinen Anfängen habe ich parallel auch noch thermische Sonnenkollektoren importiert, das dann aber schnell wieder aufgegeben und mich lieber komplett auf Wärmepumpen konzentriert.

 

Welche Herausforderung brachte diese Erfindung mit sich? Welche Überzeugungen und Vision musste man durchsetzen?

Bangheri: Das Bewusstsein für ressourcenschonende Nutzung war - wie gesagt - durch die Ölkrisen stark gestiegen. Es gab dann autofreie Tage und andere Maßnahmen. Davon hat sicherlich der Wärmepumpenmarkt profitiert. Es gab durch die steigenden Rohstoffpreise auch Hotels in Tirol, die Probleme mit den Heizkosten hatten und wo wirklich Existenzen bedroht waren. Da konte man die Auswirkungen der globalen Politik dann ganz lokal und unmittelbar sehen.

Generell ist es eine riesige Herausforderung, das Bestehende immer besser zu machen und so den Nutzen für die Kunden stetig zu erhöhen. Man darf nie stagnieren und sich mit dem Status Quo zufriedengeben. Parallel müssen die Produkte nicht nur besser, sondern auch beständiger gemacht werden, denn nur so können wir mit unseren Produkten wirklich Nachhaltigkeit erreichen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

 

Drei Jahrzehnte später ist Heliotherm einer der Technologiemartkführer für Wärmepumpentechnik in Europa. Was ist seitdem passiert?

Bangheri: Heliotherm ist Schritt für Schritt gewachsen. Ganz am Anfang wurde in einer Garage getüftelt, seit 2006 sind wir in den heutigen Räumlichkeiten, welche 2009 noch einmal erweitert wurden. So haben wir aktuell eine Produktionskapazität von 5.000 Wärmepumpen pro Jahr. 2000 waren es noch 1.000 Stück. Durch unsere eigene Forschung und Entwicklung können wir schnell und individuell agieren. Hier arbeiten wir z.B. an neuen Kältemitteln oder daran, wie man eine Gebäudesanierung mit Wärmepumpe möglichst effizient gestalten kann. Weitere aktuelle und vor allem zukünftige Themen sind die Vernetzung aller Schnittstellen im häuslichen Stromnetz, Smart-Home Systeme und das Thema künstliche Intelligenz von Wärmepumpen.

 

Und was ist nun eigentlich das Besondere an den Wärmepumpen von Heliotherm?

Bangheri: Da gibt es eine ganze Reihe von besonderen Merkmalen: Einerseits ist die eigene Forschung und Entwicklung ein wesentlicher Faktor. In unserer eigenen Entwicklungsabteilung im Headquarter in Langkampfen arbeiten wir fortlaufend an der Optimierung unserer Produkte. Unsere Entwicklungserfolge lassen wir mit Patenten und registrierten Technologien sichern. Alles mit dem klaren Ziel, den Wirkungsgrad unserer Wärmepumpen kontinuierlich zu verbessern.

Andererseits haben unsere Produkte auch besondere Eigenschaften. Beispielsweise die Modulationstechnik, mit der sich die Leistung der Wärmepumpe stufenlos an Bedürfnisse und Umgebungstemperatur anpasst. Dies schont das Material, spart zusätzlich Energie und so bis zu 20% der Stromkosten.

Für Smart-Home Systeme haben wir mit webcontrolAT© außerdem ein eigenes Programm entwickelt, mit dem die Wärmepumpe sich ortsunabhängig und mit jedem internetfähigen Endgerät steuern lässt. Diese "Remote Control" wird von uns komplett selbst programmiert und ständig nach den Bedürfnissen der Kunden weiterentwickelt.

Zusätzlich überzeugen unsere Produkte mit klarer Formsprache und hochwertigen Materialien für erstklassige Funktionalität und optimale Arbeitsabläufe. Unser Design wurde 2016 sogar mit dem renommierten Red Dot Design Award ausgezeichnet! Zusätzlich sind mit unseren DesignPlus-Optionen auch die Oberflächen der Wärmepumpen individuell gestaltbar.

Ein weiteres großes Thema ist natürlich auch die Schallreduktion! Wir bauen hier nachweislich die leisesten Geräte sämtlicher Hersteller. Beim Geräuschpegel spielt nämlich alles zusammen: Das Design, die Materialwahl und die Modulationstechnik.

Zusätzlich können ausgewählte Wärmepumpen von Heliotherm mittels Zusatzmodul im Sommer Kühlen. Auch für die umweltfreundliche Warmwasserbereitung im Haus bieten wir passende Lösungen an. Kurz: Ob Privat oder Industrie - wir haben für alle Ansprüche auch die perfekte Wärmepumpe!

 

Smart Future: Wie sieht die Zukunft für Heliotherm Wärmepumpen aus?

Bangheri: Wie bereits angeschnitten, geht es hier vor allem um die Vernetzung. Wenn alle elektrischen Verbraucher im Haushalt miteinander kommunizieren, können Bedarf und Verbrauch an das beste Preis-Angebot im Stromnetz angepasst werden. Diese smarten Netze können dann in einzelnen Siedlungen oder ganzen Orten verknüpft werden. Alles mit dem Ziel, Energie und Kosten zu sparen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern auch jedem einzelnen Verbraucher.

 

Abschlussfrage: Wie heizen Sie eigentlich privat?

Bangheri: Mit Heliotherm natürlich (lacht). Aktuell arbeiten gleich drei Wärmepumpen bei uns zuhause: Eine der älteren Generation und zwei Prototypen. Da ist unser Haus eine Art Versuchsobjekt, wo ich auch mal Dinge ausprobiere. Gefroren habe ich aber noch nie!

 

 

Vielen Dank für das Interview!