Wo man wissen will, wer besser ist, muss man einen Vergleich anstellen: Bei Prüfungen in der Schule, bei Wettkämpfen im Sport, bei medizinischen Studien und sogar bei der Shopping-Schnäppchenjagd. Überall bedarf es dabei gewisser Regeln und fairer Vergleichsbedingungen, sonst ist jedes Ergebnis zweifelhaft. Auch die Leistung und Effizienz unterschiedlicher Wärmepumpensysteme lassen sich anhand fachkundiger Datensätze vergleichen. Wie das genau funktioniert, hat uns der Technical Support von Heliotherm erklärt.

 

Zwei verschiedene Vergleichswerte

Für den Vergleich unterschiedlicher Wärmepumpensysteme wird die jährliche Durchschnittsleistung ermittelt. Neben der sogenannten Jahresarbeitszahl (JAZ) geben viele Hersteller auch den Coefficient of Performance (COP) für ihre Wärmepumpen an. Unter dem COP versteht man dabei eine Leistungskennzahl, die das Verhältnis von Nutzwärme zur aufgewendeten elektrischen Energie ausdrückt. Anders gesagt: Der COP ist eine Momentaufnahme der Wärmepumpe (nicht des Heizsytems!) unter Laborbedingungen. Die Jahresarbeitszahl JAZ hingegen betrachtet Effizienz und Leistung des gesamten Heizsystems über zwölf Monate hinweg. Es ist daher auch nicht möglich, die JAZ eines Wärmepumpenheizsystems zuverlässig vorab zu berechnen, da der Endwert immer von individuell ganz unterschiedlichen Einflussfaktoren (Vorlauftemperatur, Wärmequelle, Gebäudedämmung, Warmwasserbereitung, Heizverhalten) abhängt.

 

  • Vorlauftemperatur: Je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizkreislauf, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Beim Neubau ist eine Flächenheizung (Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung) für die optimale Effizienz erforderlich, bei älteren Bestandsbauten kann unter Umständen auch auf passende, größere Heizkörper gesetzt werden.
  • Wärmequelle: Je niedriger der Unterschied zwischen der Temperatur der Wärmequelle (Luft, Erde oder Wasser) zur gewünschten Vorlauftemperatur, desto höher kann auch die Jahresarbeitszahl JAZ ausfallen. Luft-Wärmepumpen sind durch die einfache Installation (Standgerät im Garten) vergleichsweise günstig. Systeme mit Grundwasser oder Erdreich als Energiequelle bringen zwar höhere Investitionskosten mit sich, punkten aber auch mit deutlich höheren JAZ-Werten.
  • Isolierung und Warmwasser: Gut gedämmte Gebäude haben weniger Wärmebedarf. Im Umkehrschluss nimmt  dann natürlich der Anteil der Warmwasserbereitung am Gesamtenergiebedarf zu. Es ist also nur naheliegend, der Wärmepumpe auch die häusliche Warmwasserbereitung zu übertragen. Frischwassersysteme oder Warmwasserspeicher von Heliotherm können mit sämtlichen Heizystemen kombiniert werden, wer zusätzlich auf Solarthermie setzt, senkt die Heiz- und Wasserkosten und steigert außerdem die JAZ.
  • Heizverhalten: Auch das Heizverhalten der Hausbewohner hat Einfluss auf die Jahresarbeitszahl: In einem gut gedämmten Haus mit Flächenheizung sind etwa 20°C Wohlfühltemperatur für optimalen Wohnkomfort völlig ausreichend. Eine witterungsgeführte Steuerung des Heizsystems und bewusstes Lüften setzten optimale Rahmenbedingungen für eine hohe Heizeffizienz.

 

Der JAZ-Rechner

Die JAZ steht also für die Effizienz eines Wärmepumpen-Heizsystems und berechnet sich aus zugeführtem Strom und tatsächlich erzeugter Heizleistung über die Dauer eines Jahres. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorab gestaltet sich allerdings schwierig, da für genaue Werte Strom- und Wärmemengenzähler herangezogen werden müssen, was sich im Vorhinein nur schätzen lässt. Etwas Abhilfe mit einer groben Überschlagsrechnung schafft der JAZ-Rechner des Bundesverbandes Wärmepumpe E.V. Wichtig: Das Ergebnis dieser Vorab-Berechnung entscheidet auch über mögliche Förderungen! Bei effizienten Wärmepumpen liegt die JAZ übrigens etwa im Bereich zwischen 3,0 und 5,0. Je höher die Kennzahl, desto besser auch das Heizsystem!

Rechenbeispiel: Nehmen wir als Beispiel ein Heizsystem mit 10 kW Leistung, bei dem 2,5 kWh Strom eingesetzt und 7,5 kWh Umweltwärme gewonnen werden. Die Heizung nutzt somit einen Teil Strom und drei Teile Umweltwärme, gesamt also vier Teile Heizwärme. Teilt man diese vier Teile Wärmemenge (10 kWh) durch den einen Teil aufgewendeten Stroms (2,5 kWh), erhält man eine Jahresarbeitszahl von JAZ 4. Bei einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden im Jahr und einer JAZ von 4 benötigt die Wärmepumpe jährlich dann 5.000 Kilowattstunden Strom (Wärmebedarf / JAZ = Strombedarf).

 

Fazit: COP oder JAZ?

Der COP-Wert ist eine Art "Momentaufnahme". Der korrekte "konstante Leistungsfaktor" (so die wörtliche COP-Übersetzung) einer Wärmepumpe kann erst ermittelt werden, wenn die Wärmepumpe "eingelaufen" ist. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt daher den durschnittlichen COP-Wert über den Verlauf eines Heizjahres wieder.

Wer sich für eine Wärmepumpe von Heliotherm entscheidet, bekommt immer auch besten Service aus erfahrener Hand. Mit zahlreichen lokalen Kompetenzpartnern, über dreißig Jahren Erfahrung im Business und unzähligen Top-Referenzen können sich Leistung und Effizienz beim europäischen Technologiemarktführer jedenfalls sehen lassen.